Epoche 6: Die Kirche mit Mittelgang und bemalten Bänken (seit 1986 n. Chr.)


 

Im Jahr 1986 findet die letzte Renovierung der Wallesauer Kirche statt. Hierbei werden nicht nur Sanierungen des an einigen Stellen feuchten Mauerwerks durchgeführt, sondern auch Veränderungen an Bänken, Orgel und Beleuchtung vorgenommen.
Die die Bankreihen umgebenden Seitengänge weichen wieder zu Gunsten eines breiten Mittelgangs. Den Bereich vor dem Altarraum ziert ein goldener Kronleuchter. An langen Kabeln herabhängende Deckenleuchten bringen Licht in das große Kirchenschiff. Bänke, Kanzel, Empore und Orgel werden im Markgrafenstil bemalt. Für den Altarraum wird ein Stehpult gefertigt und passend zu den Bänken bemalt.
Außerdem erhält die Kirche ein programmierbares, elektronisch gesteuertes Uhrwerk, das die exakte Zeit per Funk von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig  bezieht.

 

Grundriss der neu gestalteten Kirche

1 Altar

2 Taufstein

3 Kanzel

4 Sakristei

5 Bankreihen

6 Treppe zur Empore

 
Fotos aus der Zeit nach der Renovierung

 

 

550-jähriges Kirchenjubiläum

Genau 550 Jahre ist es nun her, dass das Gotteshaus erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Aus diesem Anlass findet am 23.04.1991 in der Wallesauer Kirche ein Festgottesdienst statt, den Pfarrer Adolf Möhnle und Oberkirchenrat Hermann von Loewenich gemeinsam gestalten. Musikalisch umrahmt wird die Jubiläumsfeier von der renovierten Orgel, dem Posaunenchor und dem Kirchenchor. Auch die Kinder der Kindergottesdienstgruppe, sowie die Konfirmandinnen und Konfirmanden tragen zur Gestaltung des Gottesdienstes bei.



Durch Anklicken des Fotos erhält man den Zeitungsartikel, der von der Veranstaltung berichtet.


Die defekte Wetterfahne wird ersetzt (1993)

47 Jahre ziert die weithin sichtbare Wetterfahne das Dach des Wallesauer Kirchturms. Dann dreht sie sich nicht mehr, da der Befestigungsrahmen eingerostet ist. Es besteht sogar Gefahr, dass Teile der Fahne bei einem Sturm abbrechen und herabstürzen. Aus diesem Grund beschließt man, die Fahne abzunehmen und durch eine neue zu ersetzen. Die notwendigen Arbeiten werden von Firma Ortner GmbH aus Hilpoltstein durchgeführt. Man fertigt eine neue Fahne aus Kupfer und Edelstahl, die dem Zahn der Zeit länger trotzen kann. Am 24. Juli 1993 wird die neue Wetterfahne im Rahmen einer Feierveranstaltung auf der Kirchturmspitze angebracht.



Durch Anklicken des Fotos erhält man den Zeitungsartikel, der vom Anbringen der Wetterfahne berichtet.

 

Eine neue Sonnenuhr für den Kirchturm (2017)

Da die Sonnenuhr auf der Südseite des Turms seit Jahrzehnten nicht mehr erkennbar und auch der Stab schon lange abgerostet ist, beschließt der Kirchenvorstand 2016, anlässlich des Lutherjahres eine neue Sonnenuhr anfertigen zu lassen. Herr Westhoven aus Rednitzhembach berechnet ehrenamtlich die Ziffernblatteinstellungen und schmiedet für die Kirchengemeinde einen neuen Stab. Daniel Mederer aus Mauk entwirft eine Vorlage und stellt diese dem Kirchenvorstand vor. Der Entwurf wird einstimmig angenommen.

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Im Frühjahr 2017 sitzt Daniel Mederer selbst auf dem Baugerüst und gestaltet bei Wind und Wetter eigenhändig das Ziffernblatt.

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Mitte Juni installieren Daniel Mederer und Herr Westhoven den im Dezember geschmiedeten Stab. Parallel dazu fertigt der Glas-Künstler Klaus-Leo Drechsel aus Rednitzhembach in seinem Atelier die Luther-Rose.

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Ende Juni 2017 ist es soweit: Klaus-Leo Drechsel und Bruno Westhoven bringen die Luther-Rose an der Kirchenwand an. Damit ziert den Wallesauer Kirchturm im Jubiläumsjahr ein wohl einzigartiges Kunstwerk.

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Epoche 5: Die Kirche mit zentralen Bänken und breiten Seitengängen (seit 1958)


 

 

Erst 1958 sind die Bauarbeiten an und in der Wallesauer Kirche abgeschlossen.

Die feierliche Einweihung findet im Herbst des selben Jahres statt. Oberkirchenrat Dr. Giegler, Kirchenrat Giese und Pfarrer Häberlein gestalten den Festgottesdienst. Lehrer Beyerlein mit den Kindern der Volksschule Wallesau sorgt für die musikalische Umrahmung.

 

Grundriss der neuen Kirche
 

1 Altar

2 Taufstein

3 Kanzel

4 Sakristei

5 Bankreihen

6 Treppe zur Empore

 

Blick in die Kirche aus dem Jahr 1958

Die beiden Flachreliefschnitzereien aus dem ursprünglichen Hochaltar erhalten ihren Platz im Kirchenschiff beim Taufstein. Taufstein und Kanzel sind beiderseits des Übergangs in den Turmchor platziert.

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Epoche 1: Die Kapelle der hlg. Gunthildis (ca. 1000 n. Chr.)


 

Über die Entstehung der ersten Kapelle zu Wallesau entstanden im Laufe des letzten Jahrtausends mehrere (ähnliche) Darstellungen. In allen Überlieferungen spielt ein Ochsengespann eine Rolle, das den Entstehungsort der Kapelle durch das Pausieren der Ochsen festlegt.

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G. Stieber, ein markgräflicher Historiker, schreibt 1761:
“Es habe eine gewisse Günthild, da sie sterben wollte, befohlen, man solle ihren Leib auf einen Wagen legen, zwei Ochsen davor spannen und solche gehen lassen, wie und wohin sie wollen. Am ersten und anderen Ort, da sie stille ständen, sollte man sie forttreiben, am dritten aber, da sie abermal stehen würden, ihren Leib begraben und ihr einen Tempel bauen.”

Es wurde nie genau geklärt, wer Gunthildis war. Es könnte sich um eine Adelige oder auch um eine reiche Bauersfrau gehandelt haben. Sie scheint jedoch durch ihre Mildtätigkeit bekannt gewesen zu sein. 

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Grundriss des Kapelle und Gunthildis-Darstellung (Gundekarium Eichstätt)

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Epoche 4: Brand und Wiederaufbau der Kirche (1955 - 1958)


 

Am 03.08.1955, 21.30 Uhr, schlägt ein Blitz in den Turm der Wallesauer Kirche ein. Erst gegen 03.00 Uhr steht der Turm in Flammen. Feuerwehren aus Wallesau, Roth, Schwabach und Hilpoltstein sind im Einsatz. Ein Übergreifen der Flammen auf das Kirchenschiff kann verhindert werden.

Hier finden Sie den Originalzeitungsartikel aus der örtlichen Presse:

 Wiederaufbau in den Folgejahren

Im Turmchor werden die lange verborgenen gotischen Fresken freigelegt. Sie werden restauriert. Der Raum bleibt nun offen; auf den Kanzelaltar wir in Zukunft verzichtet. Herr Häberlein baut einen neuen Altar an der Stelle, an der er schon in der gotischen Kirche gestanden hatte. Die Orgel erhält ihren Platz auf der Empore im Kirchenschiff, die Kanzel wird vor dem Übergang in den Turm errichtet.

 Für die Ausbesserungsarbeiten am Turm werden viele große Sandsteine aus dem "Mauker Steinbruch" benötigt.

 Der Turm erhält ein großes Gerüst, damit Arbeiten an der Mauer und am Dach möglich sind.

 Eine neue Kirchturmspitze entsteht.

Der Turm hat wieder eine Spitze.

Vier neue Glocken warten auf ihren Platz. Andacht und Segnung mit Pfarrer Häberlein (1957).

 

Dieses Uhrwerk und mit Sand gefüllte Gewichte treiben in Zukunft die vier Uhren an.

 

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Wissenswertes rund um unsere Kirche


 

Auf diesen Seiten finden Sie sowohl historische als auch aktuelle Informationen über unsere Kirche und unsere Kirchengemeinde.

 
Geschichte der Wallesauer Kirche
Legenden, Fakten, Texte, Skizzen und Fotos zu mehr als 1000 Jahre Gotteshäuser in Wallesau
 
 
Die Glocken der Wallesauer Kirche
Geschichte, Anzahl und Bedeutung der Glocken unserer Kirche
 
 
Kirchenrundgang
Virtueller Rundgang durch die Wallesauer Kirche
 
 
Kirchengemeinde
Informationen zur Kirchengemeinde Wallesau

Epoche 3: Die neue Kirche im Markgrafenstil (1756 n. Chr.)


 

Im Jahr 1756 wird die stark baufällige gotische Kirche grundlegend umgebaut. Der markgräfliche Bauinspektor Steingruber lässt einen Teil des Turmes abtragen und an dessen Stelle einen achteckigen Glockenstuhl aufsetzen. Das Achteck soll an die Grabeskirche in Jerusalem erinnern. Auch das Kirchenschiff wird nahezu abgerissen und im Markgrafenstil neu errichtet.


Besonderheiten: - Empore für die Männer
- Altar, Kanzel und Orgel sind übereinander gebaut.
- Flachreliefschnitzereien aus dem Hochaltar werden in die Chorwand eingebaut.
- Turm wird um ein Stockwerk erhöht

 

Grundriss der Markgrafenkirche

1

2

3

4

 

Kanzelaltar

Bänke für den Kirchenvorstand

Taufstein

Bank für die Pfarrers- und Lehrerfamilie

5

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7

8

Kirchenbänke

Treppe zur Empore mit weiteren Bänken

Läutstube

Türen (Zugänge zu Kanzel, Orgel ...)

 

Blick in die Kirche


Der Altar mit Blick durch die Seitentüre.
Treppe zur Orgel und Kanzel sichtbar.

 Blick auf die Bank der Pfarrers- und Lehrerfamilie
(Kasten im Hintergrund).

Blick von der Empore auf Kanzel und Orgel.
Deckenbild teilweise sichtbar.

Blick auf Taufstein und Treppe zur Empore.

 

Weitere Ereignisse dieser Zeit

1797

   Das Marienstandbild mit Kind geht an die Stadtpfarrkirche Hilpoltstein.

1843/1911

   Die Kirche erhält zwei weitere Glocken.

1846

   Renovierung der Kirche: Altar, Kanzel und Taufstein werden marmoriert.


Vortragekreuz aus dem 19. Jahrhundert

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Epoche 2: Die gotische Wallfahrtskirche zu St. Marien (ca. 1437/1438 n. Chr.)


 

Eine neue Kirche entsteht

In zwei Ablassbriefen aus dem Jahr 1441 wird von einer neuen Kirche zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria berichtet. Sie ist eine Filiale der Pfarrkirche in Roth und damit der Jungfrau Maria geweiht.

Die Errichtung der neuen Kirche soll in die Jahre 1437/1438 fallen. Wie zu der Zeit üblich handelt es sich somit um ein Bauwerk im gotischen Baustil (spitze Türme, spitze Fenster...).  

Für den Bau ist wahrscheinlich der Markgraf von Brandenburg-Onolzbach (Kurfürst Friedrich I.) verantwortlich. Er wünscht sich für Wallesau eine Wallfahrtskirche, der im Lauf der Zeit viele Stiftungen (Felder, Wälder, Grundstücke im Dorf) zufallen und  finanziert deshalb den neuen Bau.  

Die Gottesdienste werden anfangs vom Pfarrer aus Roth und seinen beiden Gehilfen gehalten. Schon bald sind diese jedoch nicht mehr in der Lage alle kirchlichen Aufgaben alleine zu erledigen. Aus diesem Grund wird für Wallesau die Stelle eines Frühmessers (kath. Hilfsgeistlichen) eingerichtet.  

Das extra für ihn geplante "Mesner-Häuschen" wird 1450 fertiggestellt. Es steht auf der anderen Straßenseite gegenüber der Kirche.

 

Grundriss der gotischen Kirche St. Maria zu Wallesau

1 Hochaltar im Chor
2 li. Seitenaltar
3 re. Seitenaltar
4 Taufstein
5 Kanzel
6 Frauenbänke
7 Frauenbänke
8 Männerbänke
9 Wendeltreppe
10 Stützpfeiler
11 Kapelle der hlg. Günthild

Als Besonderheiten sind nicht nur der Hochaltar im Chor und die beiden Seitenaltäre im Kirchenschiff zu sehen, sondern auch die reichhaltigen Fresken, die den Turmchor zieren.

 

Die Fresken aus dem 15. Jahrhundert

Der Freskenzyklus aus dem frühen 15. Jahrhundert wird wahrscheinlich bei der Umgestaltung der Kirche im Jahre 1756 übertüncht und dabei teilweise zerstört. Erst nach dem Kirchturmbrand von 1955 stößt man wieder auf die alten Gemälde und versucht dann, diese so gut es geht freizulegen und zu restaurieren.

 

Die Fresken an der Wand links vom Altar


Die Geburt Christi. Zu sehen sind ein Teil der Krippe, Josef, Ochs und Esel

Der Apostel Petrus mit der Tiara, der dreifachen Krone des Papstes

Der Apostel Andreas mit dem Schrägkreuz (Andreaskreuz), an dem er zu Tode kam

Der Apostel Jakobus d. Ä. mit der Pilgermuschel in der Hand.

Johannes des Evangelist mit Kelch und Schlange

  

Die Fresken hinter dem Altar


Darstellung des Jüngsten Gerichts. In der Mitte thront Christus als Weltenrichter.

Apostel Philippus mit dem Patriarchenkreuz

Apostel Bartholomäus mit Buch und Messer

Apostel Thomas mit Speer und Winkelmaß

Apostel Paulus mit Schwert

 

Die Fresken an der Wand rechts vom Altar


Die Schutzmantelmadonna als Himmelskönigin

Jakobus d. J. mit der Kreuzfahne

Thaddäus mit der Keule

Simon mit der Säge

Matthias mit dem Beil

  

Reformationszeit (ca. 1517 - 1555)

Bereits 1528 greift die Reformation in Roth. Wallesau, obwohl zu Roth gehörend, führt jedoch 10 Jahre lang ein Eigenleben. Und dafür ist wohl der damalige (und letzte) Frühmesser Martinus Pauer verantwortlich, der nie ganz  von seinem (katholischen) Glauben loskommt.  

Erst als Pauer 1538 nach Freystadt wechselt (er hat viele uneheliche Kinder und liegt immer wieder mit verschiedenen Personen im Streit) werden nur noch evangelische Gotteshauspfleger vom Rat der Stadt Roth bestimmt. Alle 14 Tage wird ein Gottesdienst durch einen Rother Geistlichen abgehalten. Taufen finden in Wallesau statt, Beerdigungen und Hochzeiten nicht (nur in Roth).

 

Renovierung der Kirche (1601)

In diesem Jahr wird die Wallesauer Kirche grundlegend renoviert. Dabei werden auch die Malereien im Chor wieder aufgefrischt.

 

Der 30-jährige Krieg (1618 - 1648)

Schlechte Zeiten brechen für Wallesau im 30-jährigen Krieg an. Im Jahr 1633 wird das Dorf nahezu vollständig zerstört. Nur die Kirche und das Mesnerhaus bleiben erhalten. Beide Glocken werden entwendet. Die Kirche selbst dient nun lange als Pferdestall und Heuablage.

12 Jahre nach Kriegsende (1660) wird die Kirche wieder instand gesetzt. 1674 und 1700 bekommt das Dorf wieder neue Glocken. Es bleibt jedoch lange Zeit bei diesen beiden Glocken.

 

Eigenständige Pfarrei

Im Jahr 1730 wird Wallesau eine selbstständige Pfarrei mit einem eigenen Pfarrer. Nun finden hier auch Hochzeiten und Beerdigungen statt. Für diese Anlässe erhält die Pfarrei ein eigenes Vortragekreuz.


Das Vortragekreuz aus dem Jahr 1753

Im Mittelfeld der prachtvollen Ornamentik ist auf dem Kreuz ein Engel mit einer Fahne dargestellt. An der Spitze wacht das Auge Gottes über Leben und Tod. Die Initialen IMF weisen auf eine Stiftung hin. 

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Herzlich willkommen auf den Seiten der Kirchengemeinde Wallesau


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